Gimm-Kieler-Foerde

Ich bin ein Kind der Küste

Gimm-Kieler-Foerde

Kennst du dieses unendliche Gefühl von Freiheit, sobald Du ans Meer kommst?

So ergeht es mir jedes Mal, wenn ich die See erblicke. Selbst am Kieler Hafen, der ja recht übersichtlich ist. Wobei ich gestehen muss, dass die vielen Kreuzfahrtschiffe mir mittlerweile Sorge bereiten. Von Feinstaub war jedenfalls vor 20 Jahren noch keine Rede.

Sobald ich am Ufer stehe und die Schiffe beobachte möchte ich am liebsten aufsteigen und losschippern in ferne Länder. Es muss gar nicht so weit weg sein. Hauptsache Wasser. Ich bin einfach ein Kind der Küste.

In meiner Geburtsstadt Schleswig war schon Wasser um mich herum. Schleswig liegt  an der Schlei, einem Fjord der Ostsee. Es fiel mir nach 30 Jahren nicht schwer, in die Nähe von Kiel zu ziehen.

Wie ich zur Kieler Sprotte wurde

Darf ich von mir überhaupt behaupten, dass ich eine “Kieler Sprotte” bin? So nennt man die Menschen, die in Kiel geboren wurden und dort  immer gelebt haben. Die Zugereisten sind eigentlich keine echten Kieler Sprotten. Wobei Kieler Sprotten wiederum eine Fischspezialität sind.

Jedenfalls zog ich mit Sack und Pack (Mann, zwei Kinder) Anfang der 90er Jahre in einen Vorort von Kiel, den die Stadt seinerzeit fast eingemeindet hätte. Zum Falckensteiner Strand ist es nur ein Katzensprung. Also wenn man sich da nicht wie eine Kieler Sprotte fühlt… Wir waren oft mit den Kindern am Strand. Dort konnten sie sich austoben. Ich selbst bin keine große Badenixe, liege nicht gern am Strand herum wie die Ölsardinen. Ich gehe lieber am Meer spazieren und genieße die frische Luft.

Das raue Leben an der Küste

Im Sommer mögen mich manche Menschen beneiden. Im Winter kann es hier ganz schön rau zugehen. Das heißt, Du weißt nie, ob nicht plötzlich ein Sturm aufkommt oder ein Gewitter. Meistens lässt es sich vorhersagen. Ein normaler Regenschirm nützt mir bei Sturm jedenfalls nichts. Also trage ich überwiegend wetterfeste Kleidung.

Jedes Jahr zur Sturmzeit werden große Landstücke vom Meer weggerissen. Das Meer holt sich das Land und spült es woanders wieder an. Da durch den Klimawandel der Meeresspiegel insgesamt steigt stehen bereits einige Landstriche unter Wasser, an denen vor 50 Jahren noch Menschen lebten.

Manchmal fällt es mir schwer, bei Wind und Wetter vor die Tür zu gehen. Dennoch möchte ich das Meer nicht missen. Es ist schön, das Leben an der Küste.

33 Kommentare
  1. Christa Jäger sagte:

    Liebe Sabine,

    ein schöner Bericht von deinem Leben am Meer, an der Küste. Ich mag das Meer ja auch sehr gerne und kenne deine Heimat ziemlich gut.
    Schmunzeln musste ich bei den Kieler Sprotten. Touristen nehmen diese gerne als Mitbringsel mit für die Daheimgebliebenen. Kinder bekommen sie dann als Nachbildung aus Schokolade.
    Deine Geburtsstadt Schleswig gefällt mir auch sehr gut wie überhaupt die ganze Gegend entlang der Schlei mit ihren zauberhaften Orten.

    Schiffe gucken, ist immer etwas Schönes, aber wie du schon sagst, diese Riesenpötte, die unsere Meere befahren, bereiten inzwischen viel Sorge

    Fesch schaust aus in deinem blauen Parka. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

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  2. Petra von FrauGenial sagte:

    Ich weiß djeses Gefühl, welches Du meinst. Es ist schwer zu beschreiben, man muss es fühlen. Ich mag auch sehr gerne das Wasser und plane schon mit meiner Schwester sowie Freunden einen Urlaub, wo wir von Wasser und Co umgeben sind

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  3. Tiger sagte:

    Das hast Du schon geschrieben, und ja, die Pötte bereiten Sorge. In Schleswig an der Schlei war ich mal mit meinem ersten Mann, ich erinnere mich an ein paar schöne Blicke. Damals gab’s noch keine Digital-Fotografie und somit weniger Bilder als heute.
    Dein Parka schützt Dich gut, ich kann mir vorstellen wie rauh das manchmal sein kann. Aber Du hast Dich gut angepaßt und siehst schick aus als Kieler Sprotte!

    Liebgruß,
    Tiger
    🐯

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  4. Susanne sagte:

    Das kann ich so gut nachempfinden! Immer, wenn ich am Meer bin, fühle ich mich zuhause, wohne aber leider im Rheinland.
    Ich mag das Meer auch bei schlechtem Wetter!
    LG Susanne

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  5. Grit sagte:

    Hallo Sabine,
    was für ein wunderbarer Blogbeitrag über Deine Heimat, vielen Dank dafür! Ich habe viele schöne Urlaubserinnerungen an die Ostsee, denn schon als Kind fuhr ich mit meinen Eltern jedes Jahr dahin. Auch jetzt mit meiner eigenen Familie waren wir in den letzten Jahren immer an der Ostsee und jedes Mal, wenn ich dann das Meer sehe, fühlt es sich, wie ankommen an. Ich liebe das Schwimmen sehr und deshalb geht es auch bei kühleren Sommertemperaturen in die Ostsee baden. Herrlich! Du merkst, ich komme auch ins Schwärmen. Für einen kurzen Ausflug ist es jedoch zu weit. (ca.600km, je nach Urlaubsort)
    Viele Grüße, Grit
    PS: Die blaue Jacke steht Dir fantastisch.

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  6. Heidi-Trollspecht sagte:

    ja, genauso eingepackt muss man bei dir oben jetzt wohl sein. So stelle ich es mir vor.
    Und das leuchtende Blau gefällt mir sehr. Sehr gut siehst du aus Sabine – auch eingepackt :-)
    Deinen Bericht über das Leben am Meer finde ich interessant. Gerne mal im Sommer zwei Wochen an die Nordsee fahren ist wunderbar – aber dort Leben … ich müsste mich an diese Naturgewalt sicher erst gewöhnen. Aber reizvoll wäre es schon :-)

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  7. Nova sagte:

    Klasse von dir geschrieben…du Kieler Sprotte du ;-) Ich finde den Namen (egal für was) immer schon klasse. Hört sich lustig und gleichzeitig so liebevoll an.

    Kann dich sehr gut verstehen, denn auch nach all den Jahren liebe ich es immer noch täglich den Blick aufs Meer haben zu können aber dennoch auch die Berge zu haben. Das ist für mich genau die richtige Mischung, und das merke ich ganz arg wenn ich dann meine Mum besuche. Die Berge habe ich wahrscheinlich aus der Kindheit vererbt bekommen (Österreich).

    Es ist toll dass du dich dort wohlfühlst und auch so wichtig. Erst dann kann man es auch zufrieden und glücklich sein Zuhause nennen.

    Liebe Grüsse

    N☼va

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  8. Fran sagte:

    Ich kann dich gut verstehen, nachdem ich nun mehr als die Hälfte meines Lebens in Norddeutschland verbracht habe. Zwar nicht direkt am Meer (da beneide ich dich ein bisschen), aber immerhin ist die Ostsee nie weit weg und inzwischen ist mein erster Blick jeden Morgen der aufs Wasser *freu*
    Nur die norddeutschen Winter, die sind so gar nicht meins…
    Liebe Grüße
    Fran

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  9. Sunny sagte:

    Uiii, jetzt musst ich glatt die Schrift größer stellen. Gerade hier im Kommentarfeld, ist sie super klein und vor allem sehr, sehr blass.
    Ich mag beides. Das Meer und seine unbegrenzte Weite. Und die Berge, die in schönstem Glühen, den Horizont begrenzen. Sehr gegensätzlich, gell. Ist aber so. Ich liebe Sonne, Sommer, Wärme und Meer. Aber ich mag auch Sonne, Winter, Berge und Schnee.
    BG Sunny

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  10. Sara - Mein Waldgarten sagte:

    Ich kenne das aber auch auf einem Berg oder auf Bahnhöfen oder Flughäfen. ;-)
    Ich lasse mich da nicht verrückt machen von Feinstaub & Co. – wenn ich sehe, was an Silvester so in die Luft geballert wird, da sagt auch keiner was. Ich wäre für wenige zentrale Feuerwerke und ein generelles Verkaufsstop. Jeder könnte seine Wunderkerzen zünden und gut ist! Aber das wird wohl nicht geben …
    Im übrigen habe ich jetzt auch Lust auf eine Kreuzfahrt bekommen, nachdem ich gehört habe, dass man immer Fenster oder sogar einen Balkon hat, denn ohne wäre das für mich der Horror! ;-) Aber so …
    Und ich darf mir das leisten, habe z.B. erst SEHR spät meinen Führerschein gemacht mit über 40 und bin in meinem ganzen Leben gerade mittlerweile 3 Male geflogen. :-) :-) :-) Da darf mir keiner was sagen von denen, die ständig losjetten!

    Das Am Strand schmoren mag ich auch nicht, ich bin ein Bewegungsnaturell. Das wäre todlangweilig für mich. Ich mag das Meer auch im Winter. Nur kann es schon recht eisig sein. Ich bin ja ziemlich kälteempfindlich. Ansonsten – rein optisch – gefällt es mir auch dann. Hätte jetzt auch Lust aufs Meer, nur ist die Witterung gerade sehr unwirtlich, trotz gestern 11 Grad Celsius. Bei über 90 % Luftfeuchtigkeit wird alles als “zu kalt” empfunden im Winter. Und dann kam heute noch ziemlicher Wind auf …. aber das liebe ich besonders am Meer … habe in meiner Jugend in den Ferien mal auf Helgoland im Hotel gearbeitet. Ich liebe den Wellengang und war schon bei deutlichen Windstärken auf dem Wasser, sogar noch ausgebootet worden, gerade noch so, mit einer Plane überm Boot. Das Boot ging auf und ab wie ein Fahrstuhl und ich mein Baby im Tragebeutel vorm Körper … total abenteuerlich!

    Liebe Grüße
    Sara

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    • Sabine Gimm sagte:

      Oh ja, es ist immer ein Abenteuer, mit den Börteboot nach Helgoland überzusetzen. Wie gut, dass ich nicht so schnell seekrank werde. Die Kälte kann ich ebenfalls nicht so vertragen. Da muss man durch.

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  11. Claudia sagte:

    Ich kann dich sooo gut verstehen! Ich habe mein halbes Leben am Meer verbracht! Meer macht einfach glücklich! Für mich ist ein absoluter Segen am Meer zu sein. Ein wunderbares Gefühl bei leichter Brise die rauschenden Wellen zu hören. Ich könnte stundenlang hören. Ich vermisse das Meer so sehr!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  12. Alice sagte:

    Liebe Sabine,
    so ein halbes Nordlicht bin ich ja auch. Imerhin sind es von hier ca. 70 km bis ans Meer. Das ist für einen spontanen Spaziergang gut zu erreichen.
    Liebe Grüße
    Alice

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