Modesünden: Kann denn Mode Sünde sein?
In der aktuellen Blogparade der ü30 Blogger & Friends geht es um Modesünden. Genauer gesagt, es geht um Mode, die man früher gern getragen hat und heute nicht mehr anziehen würde. Oder umgekehrt.

Wie man auf dem Beitragsbild unschwer erkennen kann beginnt meine Modereise in den 80er Jahren. Die Tapeten der 70er hingen noch an der Wand. Die Deko in unseren Wohnungen war entsprechend rustikal. Und die Yucca Palme durfte in keinem Haushalt fehlen.
Es war die Zeit der Dauerwelle, inklusive Hubschrauber-Landeplatz auf dem Kopf. Wenn man sich die Brille genauer anschaut entdeckt man, dass diese Art von Brillen gerade wieder sehr angesagt ist. Selbst gestrickte Pullover ebenfalls. Man sieht auch, dass ich früher ganz andere Farben getragen habe als heute.
Eine Modesünde?

Ich habe früher viel probiert und experimentiert. Hier die Variante romantische Bluse mit Rock. Die Haare waren kupferrot gefärbt. Sogar Pumucklrot waren die Haare zwischenzeitlich oder blond gesträhnt. So würde ich heute nicht mehr vor die Tür gehen. Damals fand ich das toll.
Die Mode in den 80ern war gleichermaßen schrill wie bieder. Punk oder Popper. Schon damals gab es die Schubladen. Eine wilde Zeit, an die ich gern zurückdenke.
Was ich heute nicht mehr anziehen würde

Auf dem Foto siehst du unsere damalige Katze Pinky. Wir hatten tatsächlich Textiltapeten an der Wand und hässliche altmodische Gardinen an den Fenstern. Aber wir hatten schon eine eigene Wohnung.
Das braune Hemd über dem grauen Shirt zum Beispiel würde ich heute nicht mehr tragen. Aber auch das war seinerzeit angesagt. Und ich habe es geliebt.
1984 habe ich geheiratet und 1988 mein erstes Kind bekommen. Zwei Jahre später wurde das zweite Kind geboren. Es folgten einige Jahre mit Schlabberlook. Leggings oder Radlerhosen mit T-Shirt. In dieser Zeit bekam ich breite Füße, weil ich ausschließlich Birkenstock Schlappen trug.
Leggings oder gar Radlerholen mit T-Shirt. Für mich heute ein No Go.

Auf dem linken Foto sieht man einen typischen Look der 90er. Die Levi’s 501 trug ich rauf und runter. Eine Zeit lang habe ich mir die Haare selbst geschnitten. Als ich das erste Mal mit kurz rasierten Haaren (12 mm) vor meinem Mann stand bekam er schon einen ordentlichen Schreck. Das würde ich heute natürlich nicht mehr machen. Der Frisör kann es einfach besser.
Bunte Haarsträhnen waren Anfang der 2000er angesagt. Statt kupferblond wurden die Haare nun schwarz gefärbt.

Hier sieht man ganz gut, dass ich mit den jetzt kühlen Farben ganz anders aussehe. Viel frischer. Eine Zeit lang trug ich statt Brille Kontaktlinsen. Schade, dass das nicht mehr funktioniert. Ich kann sie leider nicht mehr vertragen. Meine erste Gleitsichtbrille auf dem rechten Bild mag ich heute nicht mehr. Diese Form steht mir nicht besonders.
Auf dem nächsten Foto sieht man den Unterschied zu nicht passenden und passenden Farben zum Typ noch deutlicher.

Links – warme Farbtöne, die mich blass aussehen lassen – rechts kühle Farbtöne, die schön hamonieren.
Was ich aus meinen Modesünden gelernt habe
Ich denke, es gibt keine Modesünden. Wir probieren uns aus und erfinden uns ab und zu neu. Wir gehen mit der Zeit, machen Trends mit oder auch nicht. Wenn ich mir die Bilder von früher anschaue denke ich zwar manchmal: „Oje, das geht gar nicht!“ Im nächsten Moment erinnere ich mich an die schöne Zeit. Wer weiß, wie ich in 10 Jahren über die Mode von heute denke.
Blogparade Modesünden

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Wie sieht es bei dir aus? Was hast du aus deinen Modesünden gelernt?
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So ein toller Rückblick. Textiltapeten gab es damals in vielen Haushalten, damals fand man das eben toll. So wie auch Dauerwellen.
An den Fotos ist gut zu sehen wie hübsch dir kalte Farben passen. Pink stand dir schon immer hervorragend.
Liebe Grüße
Vielen Dank liebe Andrea. Mit Pink bin ich einfach glücklich. Das zeigt sich immer wieder.
Die gute alte Textiltapete. 😅
Ich finde, dass du eine ganz beachtliche Modereise hinter dir hast.
Sehr besonders, sehr individuell. Aber immer du. Das mag ich.
Und es ist klar, dass man bestimmte Dinge irgendwann nicht mehr anzieht.
Und den Blick deines Mannes kann ich mir vorstellen…
Ich bin gespannt, ob wir noch einmal Veränderungen sehen werden.
Liebe Grüße
Nicole
Danke dir liebe Nicole. Ich gehe davon aus, dass es bei uns allen weitere Veränderungen geben wird. Wäre ja sonst langweilig 😃
Toll und sehr spannend zu sehen, deine Foto- und Modereise. Ich denke, bei mir war es ähnlich – in den 80ern wechselten wir wirklich von spießig zu punkig, da war alles möglich. Dauerwelle und Sidecut… hihi. In den 90ern sahst du (wie wir alle) plötzlich wieder jung und natürlicher aus. Und dann kamen die pinken Haarsträhnen und Plastikklamotten a la Spice Girls der 2000er :-)))
Ich glaub auch nicht, dass es Modesünden gibt. Natürlich denkt man manchmal „Huch!“, wenn man Fotos sieht, aber das ist normal. Es ist wie gesagt, eine „Stilreise“ – man muss halt einfach alles mal ausprobiert haben.
An dir merkt man deutlich, dass du deinen Stil gefunden hast.
Liebe Grüße, Maren
Vielen Dank liebe Maren. Die 80er waren sehr geprägt von Ausprobieren. Da habe viel getestet. Die 90er waren modetechnisch ruhiger bei mir. Allein schon wegen der Kinder. Es blieb gar nicht so viel Zeit für die Mode.
Oh ich liebe Deinen Beitrag. 💕 Ich erkenne so viel wieder, Himmel ein Setzkasten! und ja die Yuccapalme musste sein. Was für eine Zeit. Katzen hießen damals oft Pinky unsere auch☺️ Herrlich. Ich erkenne mich auch wieder. 1. Kind, knapp 2 Jahre später das zweite Kind. Leggings, Radlerhosen und Birkenstock. Das ist für mich schon Modesünde.😂 Witzigerweise fachte ich auch ich tue meinen Füßen was gutes mit Birkenstock. Bis mir der Orthopäde das Gegenteil erklärte. Tja dumm gelaufen.🤭😅
Man sieht das sehr schön, wie Du Deine Farben entdeckst zur heutigen Sabine. Jetzt gibt es bei Dir keine modischen Fehlversuche mehr, würde ich behaupten. Oder probierst Du auch noch aus und merkst, nö das wird nichts?
Ich wünsche Dir einen wunderschönen sonnigen Sonntag, liebe Grüße Tina
Danke dir liebe Tina. Birkenstock trage ich noch heute. Die Füße sind eh ruiniert. Aber eine Textiltapete kommt mir nicht mehr ins Haus 😃
Wahnsinn, wie anders du mit den warmen Farben aussiehst. Dein Kupferrot war mein Kirschrot auf den Haaren. Dein Pistazie mein Magenta. Ausprobieren ist wichtig … jetzt wissen wir es besser …
Die 501 habe ich auch jahrelang getragen und geliebt.
Eins ist auf alle Bildern gleich: deine lebendige Ausstrahlung. Toll!
Hab einen schönen Sonntag!
Vielen Dank liebe Ines. Ja, die 501 war schon toll. Könnte ich heute nicht mehr tragen. Ich bräuchte Stretch 😃 Und sie ist auch zu hüftig. Dir ebenfalls einen schönen Sonntag 😎
Liebe Sabine,
die Fotos von dir sind super! Danke, dass du sie zeigst!
Modesünden… in den 90ern habe ich auch viel probiert, von Hippie, über schick und den Guns `N` Roses Style :) und ich fand das super, denn eigentlich gab es kaum einen einheitlichen Trend, zumindest nicht, dass es mir so bewusst war.
Liebe Grüße!
Danke dir liebe Jenny. Einen einheitlichen Trend gab es nicht in der Zeit. Wir haben viel ausprobiert.
„Hubschrauber-Landeplatz“ auf dem Kopf – genial! 😄
Ich fand diese Reise in die Vergangenheit wunderschön – nicht nur die Mode, sondern alles, was dazugehört. Tapeten, Yucca-Palme, Katze Pinky … Genau das macht diese Art von Nostalgie für mich so besonders! 💛
Und ja, ich stimme dir vollkommen zu – Radlerhosen waren für mich schon immer ein absolutes No-Go, erst recht jetzt! 😄 Und deine Haar-Experimente … fantastisch!
Ich glaube, wir alle hatten mal Phasen, in denen wir alles Mögliche ausprobiert haben – wenn ich meine alten Fotos sehe, frage ich mich heute: Was ist bloß mit meinen Haaren passiert?! Ja, es geht nicht um Modesünden, sondern einfach um Entwicklung. Und genau diese Entwicklung prägt unseren Stil heute.
Gruß & Kuss,
Claudia
Genau so ist es liebe Claudia. Die Vergangenheit kommt nicht zurück, aber vieles wiederholt sich. Und wir entwickeln uns ebenfalls weiter und freuen uns auf neue Mode.
Deine Fotos zeigen Deine sehr persönliche Stilreise in Kleidung und Einrichtung und ich bin schon gespannt auf die nächsten 10 Jahre…
Toll, dass Du Deine Farben und Frisur gefunden hast und damit auch einen präsenten und modernen Ausdruck, was immer Du auch trägst.
Es passt zu Dir.
Herzlich,
Sieglinde
Vielen Dank liebe Sieglinde. Ich bin ebenfalls gespannt und probiere weiterhin viel aus. So wird es nie langweilig 😃
Liebe Bine,
an den „Hemd über dem T-Shirt Trend“ kann ich mich auch noch erinnern und ich weiß auch noch, dass ich das damals cool fand.
Wenn ich krame, finde ich bestimmt ein Foto, auf dem ich ähnlich gestylt bin wie Du.
Ansonsten bin ich ganz bei Dir: Man sollte nachsichtig mit sich selbst und seinen Modesünden sein. Sie gehören zu uns und unserer Geschichte.
Liebe Grüße
Britta
Genau so ist es liebe Britta. Wir sollten nachsichtig mit uns sein. Ich schaue mir gern die alten Fotos an 😃
Ich glaube ein paar der Fotos hast Du uns schon mal gezeigt. Schön, dass Du es doch so zeitnah geschafft hast, an der Blogparade teilzunehmen.
Deine Looks sind durch die Bank klasse. Die kurzen Haarschnitte sind einfach perfekt für Dich. Und ja… rote Haare waren wirklich mal ein „komischer“ Trend. Der besonders in Erinnerung bleibt, wenn einem die Farbe so gar nicht „passt“.
Die Farbberaterin vor 25 Jahren sagte sehr passend: „Junge Menschen können alles tragen, da glänzt die Jugend.“ Da hatte sie wohl recht.
1984 hatte ich ein rotes Fledermausärmelshirt zur schwarzen Röhre und ein schwarzes Netztop für drüber mit einem Ringerrücken. Habe ich geliebt. Dein erstes Foto hat mich das dran erinner.
BG und komm gut in die neue Woche
Sunny
Stimmt. Einige Fotos habe ich schon gezeigt. „Junge Menschen können alles tragen, da glänzt die Jugend.“ Dem würde ich voll zustimmen. Junge Menschen müssen sich ausprobieren.
Das ist so ein schöner und wahnsinnig interessanter Rückblick. Ich erkenne Dich auch auf allen Bildern. Wir entwickeln uns mit den Jahren weiter und da ist es auch ganz normal, dass sich der Geschmack ändert. Schmunzeln musste ich über Look mit der romantischen Bluse mit Rock. Diese Kombi könnte ich mir tatsächlich an Dir heutzutage gar nicht vorstellen ;-). Liebe Sabine, komm gut in die neue Woche.
LG
Ari
Danke dir liebe Ari. Die romantische Kombi würde ich heute auf gar keinen Fall so tragen.
Das hat richtig Spaß gemacht deinen Moderückblick zu sehen. Bei der Dauerwelle bin ich ganz zusammengezuckt 😀 ich hatte auch mal eine. Das habe ich aber nicht lange durchgehalten.
Ich habe die Schlapperhosenzeit, die bequemen „Klamotten“ geliebt. Möglichst lässig und unkompliziert.
Die Mode lebt, und ich find die Vielfalt die es heute gibt prima.
Liebe Grüße von Heidi
Witziger Titel! 👍🏻
Und tolle Parade!!! 👍🏻🙃🤣 Ja, da können wir wohl alle mithalten! 🤦🏻♀️ Wobei _nicht_ wirklich _Alles_ an mich ging was „modern“ hieß. 😬 Ich hatte schon immer viel ganz „eigenes“🥳🤪😂
Schönen Rest vom ersten Mai noch! 😍
Liebgruß
Tiger
🐯
Was für ein schönes Posting, liebe Sabine!
Und richtige Modesünden sind das nicht, nur ein toller Streifzug durch Deine letzten Jahr(zehnt)e. Ich finde das richtig cool und man sieht sehr schön, was für eine wunderbare modische Entwicklung Du gemacht hast. Mir passieren ja immer noch Modesünden, aber die Hauptsache ist doch, dass man Spaß daran hat :-)
Alles Liebe und ein wunderschönes Wochenende!
Nadine
This is such a thoughtful look back. What stands out most is how each “fashion sin” really just reflects a moment in life rather than a mistake. Your point that style evolves with us feels spot on, and those old photos carry more memories than regret. When you look at your current style now, do you feel like you’ve finally found what suits you best, or is it still evolving?
Wie spannend – und auch schön, dass man die wohnlichen Trends auch auf deinen Bildern sieht. Die Mode ist immer im Wandel aber einiges kommt einem schon sehr vertraut vor. Kommt halt alles irgendwann wieder. An die 501 kann ich mich auch noch gut erinnern – war das schön, als Hosenkaufen so zielstrebig war 😃. Und natürlich musste ich das mit der Dauerwelle auch ausprobieren. Würde ich so heute nicht mehr machen, selbst wenn der Pudel-Look mal wieder kommen sollte.
Liebe Grüße!
Liebe Sabine,
was für eine schöne Zeitreise durch deine Modejahre – man merkt richtig, wie viel Leben, Wandel und auch Selbstfindung in deinen Bildern steckt. Besonders gut gefallen hat mir dein Blick darauf, dass es eigentlich gar keine echten Modesünden gibt, sondern eher Etappen, in denen man sich ausprobiert und verändert. Genau das macht es so sympathisch und ehrlich.
Und spannend, wie du auch die Farbwirkung so bewusst reflektierst – das ist ja etwas, das viele erst viel später für sich entdecken.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag
Saskia Katharina