Sabine-Gimm-Powerfrau

Warum ich keine Powerfrau bin

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Tja, das wüsste ich selbst gern. Warum bin ich eigentlich keine Powerfrau?

Um diese Frage zu beantworten muss ich wohl tief in der Vergangenheit graben. Die Wurzeln gehen bis auf meine Kindheit zurück. Ich habe schon immer diese sogenannten Powerfrauen bewundert. Die von morgens bis abends in Action waren. Unermüdlich. Immer gut gelaunt. Man könnte auch sagen, dass solche Menschen Hummeln im Hintern haben.

Ein quirliges Kind war ich auch. Gern tobte ich draußen in der Natur, turnte auf Bäumen und an der Teppichstange. Nur eins mochte ich nie: Alles, was körperliche Ausdauer erfordert, war mir verhasst. Kondition war nicht meine Stärke. Beharrlichkeit schon, aber nur, wenn ich etwas WIRKLICH von ganzem Herzen wollte.

So verwundert es Dich sicherlich nicht, dass ich die Bundesjugendspiele im Sommer hasste wie der Vampir das Weihwasser. Ich mochte auch keinen Mannschaftssport. Es war mir schlichtweg egal, wer die meisten Tore schießt. Da fehlte mir der Ehrgeiz.

Mein Ehrgeiz hält sich in Grenzen

Wenn ich etwas WIRKLICH will kann ich großen Ehrgeiz entwickeln und meine Ziele hartnäckig verfolgen. In dem Fall werde ich sogar zur Powerfrau. Bis ich mein Ziel erreicht habe. Manche meiner Vorstellungen schießen über das Ziel hinaus. Oder es stellt sich heraus, dass es die Energie, die ich darauf verwende, nicht wert ist. Dann ziehe ich die Reißleine. Die Konsequenzen sind oft radikal. Eine Konsequenz ist beispielsweise die Gründung dieses Blogs – wie Du hier nachlesen kannst. Mir fehlte schlichtweg die Power, den alten Blog komplett neu zu gestalten.

Körperlich bin ich nicht sehr belastbar

Dass ich keine Powerfrau bin liegt vielleicht auch an einem weiteren Umstand. Ich bin körperlich nicht besonders belastbar. Während sich andere Menschen förmlich auspowern brauche ich zwischendurch immer wieder kleine Pausen. Das war bereits in der Schulzeit so. Und es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Zum Beispiel ist mir mein Mittagsschlaf während der Woche heilig.

Den Hausputz könnte ich niemals zusätzlich nach Feierabend erledigen. Da mache ich nur das Nötigste. Die große Putzorgie findet am Wochenende statt – kleine Pausen dazwischen inklusive. Sobald ich mich zu sehr auspower bekomme ich Kopfschmerzen. Eine körperliche Bremse sozusagen, die mich als Kind schon ausbremste. Lange Jahre litt ich unter Migräne. Inzwischen habe ich gelernt, erste Anzeichen sofort im Keim zu ersticken.

Was bedeutet eigentlich Powerfrau?

Der Duden beschreibt das Wort so:

“tüchtige Frau voll Kraft und Stärke”

Würde jemals einer auf die Idee kommen, einen Mann als Powermann zu bezeichnen? Ich glaube nicht. Vielleicht bin ich schon deswegen keine Powerfrau.

42 Kommentare
  1. Inken sagte:

    Da schließe ich mich an. Ich habe energetische Phasen mit jeder Menge Ruhepause, und das finde ich auch vollkommen in Ordnung so. So manche weibliche Person wird als Powerfrau bezeichnet, obwohl es mehr eine nervöse Energie ist, die sie antreibt. Sich getrieben zu fühlen ist doch auch irgendwie quälend. Und so gönne ich es mir auch, ganz ohne schlechtes Gewissen, als Couchpotato vor mich hin zu gammeln.

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  2. Kristina Kral sagte:

    Liebe Bine,

    ich finde, dass Dich bereits Deine Fähigkeit zur Selbstreflexion zu einer Power-Frau macht. Power muss nicht in (körperlicher) Aktivität zum Ausdruck kommen; inne halten Können, Selbstreflexion und die Fähigkeit, sich aktiv Ruhepausen zu verordnen – in der Pause wächst der Muskel! – sind m. E. gerade für introvertierte Menschen ein Zeichen von Stärke.

    Ich habe Deinen Blogpost sehr gerne gelesen!

    Alles Liebe!

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    • Sabine Gimm sagte:

      Vielen Dank liebe Kristina. Das freut mich sehr. Wobei ich von Natur aus nicht introvertiert bin. Im Gegenteil. Ich bin sehr kontaktfreudig. Aber ich muss meine Energie gut einteilen.

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  3. Ines sagte:

    Geht mir auch so. Deshalb mag ich mich auch nicht auspowern, weil ich dann leer bin. Dann fühle ich nichts Gutes mehr. Nur einen Mittagsschlaf mache ich ungern, weil ich danach – egal wie kurz oder lang er war – müder bin als vorher.

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  4. Nadine sagte:

    Liebe Sabine,
    alleine die Ausdauer und Akribie, die Du in Deine(n) Blog(s) steckst, zeugen von eine gehörigen Portion Power. Und sich einzugestehen, dass man auch mal Pausen benötigt, beweisen, dass Du eine Frau voller Stärken bist. Für mich bist also eine Powerfrau im besten Sinne!

    Alles Liebe und einen schönen Sonntagnahcmittag,
    Nadine

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  5. Tina von Tinaspinkfriday sagte:

    Oh ja da erkenne ich mich wieder. Würde man bei mir glaub auch erwarten. Nur Mittagsschlaf brauche ich nicht. Das bin ich einfach nicht gewöhnt. Ausdauersport örks… wobei es sehr gut wäre für mich.Wobei für wen nicht. ;)
    Wobei ich in jungen Jahren einiges “gestemmt” habe aber weil ich es halt unbedingt wollte. Aber das geht Dir ja auch so wenn Du unbedingt willst. Ich finde es aber okay keine Powerfrau zu sein :)
    Liebe grüße Tina

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    • Sabine Gimm sagte:

      Ich finde es auch völlig okay liebe Tina. Dass man lebenslustig ist bedeutet noch lange nicht, man könnte sich den ganzen Tag auspowern. Hat auch nicht nur etwas mit Sport zu tun.

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  6. miras_world_com sagte:

    Sehr interessanter Beitrag. Ob ich eine Power Frau bin? Hmm… weiß nicht, auf jeden Fall ich zeige keine Schwäche, ich fragte nie nach Hilfe- war zu stolz dafür. Ich hasse mich wenn ich kränke und arbeite so lange bis ich mein Ziel erreiche. Aber auch ich habe meine Tiefen und zum Maximum Power fällt mir Spontanität. Du hast mich auf jeden Fall zum nachdenken gebracht. Liebe Grüße!

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  7. Andrea sagte:

    Ich glaube, ich würde Powerfrau ein bisschen anders definieren und nicht nur auf körperliche Stärke reduzieren. Ich finde, mental muss man auch gut beisammen sein, um eine Powerfrau zu sein. Zumindest in meiner Vorstellung. Aber das ist wahrscheinlich sehr subjektiv.
    Ausdauertraining in meiner Jugend? Keine Chance. Ich war Mittelmaß und habe die Bundesjugendspiele gehasst. Die Ausdauer kam erst jenseits der 30. Wahrscheinlich haben meine Kinder mich das gelehrt ;)
    Mir geht es mit Pausen etwas anders als dir. Ich kann gut am Stück arbeiten, wenn ich einmal im Fluss bin läuft es einfach weiter. Macht mich das zu einer Powerfrau? Ich glaube nicht. Ich raffe mich nach Pausen nur nicht gerne wieder auf.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    • Sabine Gimm sagte:

      Ich sehe das genauso liebe Andrea. Es hat auch etwas mit mentaler Ausdauer zu tun, nicht nur körperlich. Mit Powerfrau meine ich eine Frau, die ständig am Wirbeln ist und anscheinend immer Energie hat. Körperlich und geistlich.

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  8. sunny sagte:

    Hmmmm. Da habe ich noch nie darüber nachgedacht.
    Was ist für mich eine Powerfrau? Ich glaube, ich kann Dir schon jetzt sagen. Es ist für vermutlich nicht das, was es für viele andere ist. Ich denke darüber nach und lasse es Dich wissen.
    BG Sunny

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  9. Sabiene sagte:

    Powerfrau ist wirklich ein saudummes Attribut, mit dem wir Frauen mitunter bedacht werden. Ich kann damit auch nichts anfangen, zumal auch ich mit zunehmenden Alter sehr gerne einen Mittagsschlaf halte.
    Trotzdem würde ich dir ein gewisses Maß an Power niemals absprechen.
    LG
    Sabiene

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    • Sabine Gimm sagte:

      Ganz ohne Power wäre ich vermutlich nur schlapp und lustlos liebe Sabiene. Ich mag das Wort Powerfrau allein schon nicht. Das ist wieder wie so ein Stempel, den man bzw. Frau aufgedrückt bekommt.

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  10. Nova sagte:

    Einen MIttagsschlaf halten, das könnte ich nicht. Da wäre ich danach kaputt und mir würde jegliche Motivation fehlen. Sobald ich etwas in Arbeit habe sehe ich auch zu dass ich es durchziehe, mal einen Schluck trinken, eine rauchen ja, aber meist esse ich dann auch lieber erst wenn ich mit der Arbeit durch bin. Die sogenannte Powerfrau am Tag aber am Abend nicht mehr. Das war früher mit Nächten um die Ohren schlagen. Heute mache ich es mir lieber gemütlich.

    Dir noch einen schönen Wochenstart und liebe Grüsse

    N☼va

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    • Sabine Gimm sagte:

      Längere Pausen mache ich auch nicht zwischen meinen Arbeiten. Wenn ich Feierabend habe wird erst gekocht und gegessen und dann ein Mittagsschläfchen abgehalten.

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  11. Fran sagte:

    Ach ja, die Powerfrauen… wie genau definiert man die? Ich vermute ja, das sind die Schwestern der Rama-Mütter aus der Fernsehwerbung :-) Ich fürchte ja, die Powerfrau aus der Werbung respektive aus Instagram, die 24/7 hyperaktiv ist, die gibt es in der Realität nicht. Die haben nach sechs Wochen Burnout ;-)
    Ich kenne dich als jemanden, der jede Menge Power hat. Und das hat nix, aber auch gar nix mit Sport zu tun. Bundesjugendspiele habe ich auch gehasst, aber wer hat die eigentlich geliebt? Ich glaube, ich kenne niemanden.
    Liebe Grüße
    Fran

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  12. Maren von farbwunder-style sagte:

    Hihi, die Bundesjugendspiele hab ich auch gehasst und diese geschwänzt, wann immer es ging. Aber ich würde Powerfrau auch auf die mentale und weniger auf die körperliche Ausdauer und Stärke definieren… ehrlich gesagt, ich erkenne mich in vielem wieder. Wenn ich etwas wirklich will, hab ich unglaubliche Power. Aber der schnöde Alltag, der schlaucht mich oft. Immer Action, das wär mir auch zu viel. Trotzdem glaub ich, dass ich sehr stark und unabhängig bin. Von vielem hab ich mich frei gemacht, ich führe ein selbstbestimmtes Leben. Das ist für mich auch Power!
    Im Übrigen bist Du für mich schon auch eine Powerfrau – im positivsten Sinn! Liebe Grüße, Maren

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    • Sabine Gimm sagte:

      Ich würde diese “Eigenschaften” sowohl mit körperlichen als auch mit mentaler Stärke in Verbindung bringen. Ich kann auch geistig nicht den ganzen Tag durchpowern.

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  13. Heidi-Trollspecht sagte:

    also ich finde es sehr sympathisch dass du keine Powerfrau bist. Ich bin auch keine :-)
    Beim Lesen von deinem Beitrag bin ich richtig zusammengezuckt als ich das Wort “Bundesjugendspiele” gelesen habe. Da ging es mir gesundheitlich dann oft ganz schlecht. Überhaupt hatte ich es mit dem Sport nicht so sehr – und beim Völkerball gehörte ich immer zu den Letzten die für eine Manschaft ausgewählt wurde ;-)
    Aber ehrlich gesagt war mir das nie ein Problem :-)

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  14. Sabine sagte:

    Liebe Sabine,
    Power – also Stärke ist nicht allein Muskelkraft und körperliche Ausdauer. Für mich ist Power viel mehr mentale Kraft. Zu seinen eigenen Schwächen und Fehlern stehen, ausdauernd seine Ziele verfolgen, emphatisch sein, anderen mit Respekt begegnen und mit seine Meinung nicht hinter den Berg halten, das ist es, was für mich eine Powerfrau ausmacht.
    Die Bundesjugendspiele waren jedes Jahr ein schwarzer Tag für mich und beim Völkerballspielen war ich immer die letzte die in die Manschaft gewählt wurde (und die erste, die abgeschossen wurde). Hätte ich Schulsport abwählen können, ich hätte es gemacht.
    Was ich nicht unerwähnt lassen will, Du sieht sehr schön aus, Sabine. Dieser Haarschnitt, die feine Brille und die edle Bluse stehen Dir großartig.
    Liebe Grüße
    Sabine

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  15. HappyFace313 sagte:

    :-) Liebe Sabine,
    so gesehen bin ich auch keine Power-Frau. Und trotzdem kann ich – wie Du – auch sehr gut powern. Nur anschließend brauche ich Ruhe. Mittagsschlaf geht gar nicht. Danach bin ich noch müder als vorher. Ich bewundere alle Leute, die 20 Minuten schlafen und anschließend topfit sein können.
    Mir hat mein Körper im letzten Jahr ein paar Grenzen gesetzt. Nun weiß ich, wann ich mal wieder auf die Stop-Taste drücken und mich entspannen muss.
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

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    • Sabine Gimm sagte:

      Es ist immer gut, wenn man den “Aus-Schalter” rechtzeitig findet liebe Claudia. Mir geht es da genauso. Der Mittagsschlaf ist natürlich eine Angewohnheit. Wenn ich Urlaub habe, brauche ich den nicht.

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  16. Claudia sagte:

    Ich bin eine starke Frau. Ich wurde nicht so geboren, das Leben hat mich so gemacht. Ich musste stark sein, ich hatte keine Wahl.
    Ich messe eine starke Frau nicht an ihren Muskeln, sondern an ihrem Selbstvertrauen.
    Selbstbewusstsein heißt für mich, eine eigene Meinung zu vertreten, feminin und lebensfroh sein. Und ich denke du bist eine Power-Frau!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  17. Ari Sunshine sagte:

    Ich musste ein bisschen schmunzeln, weil ich mich in so vielen Punkten wiederfinde. Wenn es danach geht, bin und war ich auch niemals eine Powerfrau. Und ich finde es überhaupt nicht schlimm. Viel Schlaf und Ruhepausen brauchte ich schon in jungen Jahren. Warum soll man sich für etwas auspowern, wofür man kaum Lust hat? Man muss doch niemanden etwas beweisen. Übrigens, die Bundesjugendspiele und Völkerball fand ich furchtbar ;-). Ich finde allerdings, dass die sogenannten Powerfrauen manchmal auch ziemlich ausgemergelt und im wahrsten Sinne ausgepowert aussehen ;-). Ich finde es viel wichtiger, wenn man mit sich im Reinen und einfach nur zufrieden ist. Dafür muss ich keine Powerfrau sein. Wir wissen, was uns gut tut und was nicht. Und das ist Power im Kopf :-).
    LG
    Ari

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  18. Rena sagte:

    Liebe Sabine, ein Mittagsschlaf ist eine geniale Sache! Und abgesehen davon bin ich davon überzeugt, Du bist viel mehr Powerfrau, als Du Dir selbst zugestehst. Ansonsten halte ich Dich für klug, auch deswegen, weil Du Dir Deine Kraft gut einteilst und Dir auch Pausen gönnst. Da können viele lernen von Dir :)
    Liebe Grüße, Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

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  19. Alice sagte:

    schön, daß Du das mit der Powerfrau ansprichst. Allein das Wort ist katastrophal. Jede Frau ist eine Powerfrau, wenn es denn nötig ist. Für mich bezeichnet das Wort eine Momentaufnahme.
    Bundesjugendspiele, waren auch für mich ein graus. Meine Sportzensur richtete sich nach dem Halbjahr. Alles was mit Ausdauer, Turnen oder Gymnastik zu tun hatte war mein Ding. Sprinten, springen oder Gruppensport war mir verhaßt.
    LG
    Alice

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    • Sabine Gimm sagte:

      Das Wort hat bestimmt ein Mann erfunden liebe Alice. Ich selbst würde mich nie als Powerfrau bezeichnen. Eine Momentaufnahme bezeichnet es ganz gut. Man ist ja nicht den ganzen Tag aufgelegt wie ein Flummi :)

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