Warum der Muttertag 2020 so besonders war

Eigentlich bin ich kein großer Fan vom Muttertag mit all seinen kommerziellen Zwängen. Doch der Muttertag 2020 war ein ganz besonderer Tag für mich.
Meine beiden Söhne sah ich zuletzt Weihnachten 2019. Traditionell treffen wir uns an einem der Feiertage. Da meine Jungs längst erwachsen sind leben sie nicht mehr bei uns im Haus. Wir treffen uns zwar regelmäßig, aber eben nicht immer die gesamte Familie.
Mein älterer Sohn hat bereits seine eigene Familie gegründet. Wie Du weißt bin ich stolze Oma. Der Enkel wurde im September 2018 geboren. Den sah ich zuletzt Anfang März diesen Jahres.
Und dann kam Corona.
Wir konnten wegen der Kontaktsperre seitdem nur telefonieren, immerhin per Video über WhatsApp.
Der Jüngste kam mit seiner Freundin zwischenzeitlich einmal zu Besuch. Wir trafen uns im Garten – auf Abstand. Ein mulmiges Gefühl blieb trotzdem. Glücklicherweise gingen die Corona-Infektionszahlen in Schleswig-Holstein zurück.
Und dann kam der Muttertag 2020.
An diesem Tag stand ich nicht im Vordergrund. Denn mein jüngster Sohn feierte seinen Geburtstag. Da er momentan in einer WG lebt können wir ihn nicht besuchen. Es bot sich daher an, den Tag bei uns zu feiern. Im Garten. Auf Abstand.
Ich bereitete einen riesengroßen Pott Kartoffelsalat zu. Der neue Grill wurde eingeweiht. Mein ältester Sohn gesellte sich ebenfalls zur Geburtstagsfeier – ohne seine Familie. Es durften zu dem Zeitpunkt nur zwei Personenkreise unterschiedlicher Haushalte aufeinander treffen. Das war eigentlich schon einer zu viel.
Beide Kinder zusammen zu sehen war unglaublich schön. Trotzdem vermisste ich meine zukünftige Schwiegertochter und meinen Enkel sehr. In zwei Monaten tut sich so viel in der Entwicklung eines Kindes. Der Muttertag 2020 war für mich daher völlig nebensächlich. Viel lieber hätte die gesamte Familie um mich gehabt. Nicht nur, weil Muttertag ist.
Während wir so schön auf der Terrasse beieinander saßen guckte auf einmal jemand um die Ecke. Dreimal darfst Du raten. Meine Schwiegertochter und der Enkel. Die Freude war riesengroß.
Ich hätte gern ALLE abgeknutscht an diesem Muttertag 2020. Vielleicht im nächsten Jahr. Ohne Abstand.
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